Bocholter Yachtclub findet in Kiel nicht in den Rhythmus – BOH-YC auf Rang 14 auf der Kieler Förde
Kiel, 12. Juli 2026 – Sonne, warme Temperaturen und leichter bis mäßiger Wind sorgten vom 10. bis 12. Juli für ideale Segelbedingungen auf der Kieler Innenförde. Für den Bocholter Yachtclub gingen für den 3. Spieltag Thorsten Willemsen am Ruder, Kolja Paus in der Taktik, Michael Tenbensel im Trimm und Jennifer Jost auf dem Vorschiff an den Start.
Die Kieler Innenförde gilt für den BOH-YC traditionell als schwieriges Revier und auch dieses Mal gelang es dem Team nicht, an die konstanten Leistungen der ersten beiden Spieltage auf dem Starnberger See anzuknüpfen. Während die Bocholter dort mit den Rängen neun und sechs einen überzeugenden Start in ihre erste Saison in der 1. Segel-Bundesliga hingelegt hatten, lief es in Kiel wieder einmal nicht rund.
Zwar zeigte die Crew mit zwei Laufsiegen, dass sie auch auf der Kieler Förde vorne mitsegeln könnte, aber diese Performance über die gesamte Serie zu stabilisieren wollte einfach nicht gelingen. Den beiden ersten Plätzen standen somit mehrere hintere Platzierungen gegenüber.
Bei den für die Segelbundesliga üblichen kurzen Wettfahrten, bei denen das gesamte Feld eng beieinanderliegt, entscheiden bereits kleine Fehler. Dazu führt Kolja Paus aus: „Während der Rennen sind wir mehrfach in schwierige und sehr knifflige Situationen geraten, die nicht immer zu unseren Gunsten entschieden wurden. In der Bundesliga werden solche Situationen direkt auf dem Wasser durch die Jury beurteilt. Dass wir häufiger darin verwickelt waren, lag auch daran, dass wir häufig im dicht gedrängten Mittelfeld unterwegs waren. Dort wird um jeden Meter gekämpft, und es ist kaum möglich, sich aus kritischen Situationen herauszuhalten. Gerade in diesem extrem taktischen Segeln auf engstem Raum fehlen uns teilweise noch die entscheidenden fünf Prozent. Die Leistungsdichte in der 1. Liga ist noch einmal deutlich höher als in der uns bekannten 2. Bundesliga. Bietet man den anderen Crews durch kleine Fehler, sei es Taktisch oder in Manövern, die Chance eine kontrollierende Position zu erlangen, kann man sich aus dieser Situation im weiteren Rennverlauf kaum noch befreien.“
Um so mehr kommt es darauf an, Veränderungen auf der Bahn frühzeitig zu erkennen und die Abläufe an Bord über das gesamte Rennen sauber umzusetzen. In Kiel griffen diese Abläufe beim BOH-YC nicht verlässlich ineinander. Immer wieder folgten auf starke Rennen hintere Platzierungen. Nach 16 Wettfahrten stand deshalb Rang 14 in der Spieltagswertung fest.
Das Ergebnis dieses Spieltags hat deutlich gemacht, an welchen Punkten das Team bis zum nächsten Spieltag arbeiten muss. „Die beiden Laufsiege und der zweite Platz sind für uns natürlich positiv. Sie zeigen, dass unser Bootspeed stimmt und wir Rennen gewinnen können, wenn wir gut von der Linie wegkommen und taktisch sauber segeln. Auch in direkten Zweikämpfen um den Sieg können wir uns gegen die Teams der 1. Bundesliga behaupten. Jetzt geht es darum, diese Performance über den gesamten Spieltag konstanter abzurufen.“ So Jennifer Jost am Ende der letzten Wettfahrt, und Thorsten Willemsen ergänzt: „Die Startbedingungen waren durch den stärkeren Wind deutlich anders als zuvor auf dem Starnberger See. Darauf mussten wir uns erst einstellen, was uns über das Wochenende einfach nicht konstant genug gelungen ist. Wir hatten aber auch einige sehr gute Starts. In diesen Rennen konnten wir unsere Leistung direkt abrufen, zwei Laufsiege erzielen und einmal den zweiten Platz belegen. Die notwendige Konstanz in den Starts ist sicherlich ein Punkt, den wir in den kommenden Wochen gemeinsam mit unserem Sparringspartner, dem WSV Giesbeek, verstärkt trainieren werden.“
Für die Bocholter Segler ist damit die Hälfte der Bundesliga-Saison absolviert. Nach den Spieltagsplatzierungen 9, 6 und 14 nimmt der BOH-YC wichtige Erfahrungen aus den ersten drei Veranstaltungen im Oberhaus der Segelvereine mit und belegt nun in der Gesamttabelle Rang 9. Der nächste Spieltag der Segelbundesliga findet vom 31. Juli bis 2. August 2026 auf der Hamburger Außenalster statt. Bis dahin bleibt das Team nicht untätig. Coach Andreas Hengstermann arbeitet bereits an einem Trainingsplan, um die in Kiel erkannten Ansatzpunkte gezielt zu bearbeiten. Das Ziel für Hamburg ist klar: wieder schneller in den Rhythmus finden, das Startverhalten optimieren, konstanter über die gesamte Serie segeln und an die Ergebnisse der ersten beiden Spieltage anknüpfen.
Fotos: DSBL / SailTracks












