Zurück auf Kurs: BOH-YC segelt beim vorletzten Spieltag auf dem Wannsee auf Rang 10
Berlin, 20. September 2026 – Drehende Winde am Freitag und Samstag, Starkwind am Sonntag. Der 5. Spieltag der 1. Segel-Bundesliga auf dem Berliner Wannsee, ausgerichtet vom Potsdamer Yacht Club, hat der Crew des BOH-YC über drei Tage alles abverlangt, strategisch wie körperlich. Der Bocholter Yachtclub (BOH-YC) erreichte nach 16 Wettfahrten Rang 10.
Für den BOH-YC gingen Thorsten Willemsen am Ruder, Kolja Paus an der Taktik, Johannes Rösing im Trimm und Jennifer Jost auf dem Vorschiff an den Start. Coach Andreas Hengstermann begleitete das Team direkt vom Motorboot aus. So konnte er die Rennen aus nächster Nähe verfolgen, die Crew zwischen den Rennen mit den richtigen Worten pushen und gleichzeitig Material für die Trainingsplanung bis zum Finale sammeln.
Der Wannsee ist traditionell von drehenden Winden geprägt, was ihn für die Seglerinnen und Segler zu einem schwierigen Revier macht. „Auf dem Wannsee kann auf der ersten Kreuz die linke Seite laufen und kurz darauf die rechte. Man muss jede Entscheidung neu treffen, statt sich auf ein Schema zu verlassen", sagt Taktiker Kolja Paus.
Der Freitag brachte 10 bis 15 Knoten. Das erste Rennen gewann das Team des BOH-YC direkt, danach riss der Faden. In den folgenden vier Wettfahrten kam die Crew nicht mehr über die Ränge vier bis sechs hinaus. Der Samstag begann, wie der Freitag geendet hatte. Mitten am Tag kam dann jedoch die beste Phase des Wochenendes: Laufsieg, zweiter Platz, Laufsieg in drei aufeinanderfolgenden Flights. Danach musste das Team wieder Federn lassen, ein vierter und ein sechster Platz beendeten den Tag.
In der Bundesliga sind die Rennen kurz und das Feld liegt immer eng beieinander, entsprechend viel hängt bereits an der Startphase. Zweimal geriet eine Unterwendung am Start zu eng, beide Male musste die Crew eine Strafdrehung fahren. Dass sich auch daraus noch etwas machen lässt, zeigte eines dieser Rennen: Nach der Strafe ging es von Rang sechs los, auf der Kreuz wählte das Team die richtige Seite und rundete die erste Tonne in Führung liegend.
„Wenn wir gut von der Linie wegkommen, können wir uns vorne gegen die Topteams behaupten und Rennen gewinnen oder einen guten zweiten Platz nach Hause bringen. Kommen wir aber nicht gut weg, ist es in diesen kurzen Rennen fast unmöglich, noch aufzuholen", sagt Steuermann Thorsten Willemsen.
Am Sonntag zeigte das Revier seine andere Seite. Bei 15 bis 25 Knoten schob der Gennaker das Boot mit über zehn Knoten über den Wannsee. Bei diesem Tempo fallen die Entscheidungen in Sekunden, dazu kamen harte Duelle im Feld. Der Tag begann mit einem fünften Platz, danach fuhr die Crew mit zwei, vier und drei eine starke Schlussphase.
„Der Sonntag war körperlich der härteste Tag, aber auch der schönste. Wir haben jeden Platz hart erkämpft", sagt Jennifer Jost.
Am Ende standen 59 Punkte und Rang 10 auf der Tafel. Drei Laufsiegen, zwei zweiten und einem dritten Platz stehen sieben Rennen auf den Rängen fünf und sechs gegenüber. Den Spieltag gewann der Norddeutsche Regatta Verein.
In der Gesamtwertung steht der Aufsteiger nach den Spieltagsergebnissen 9, 6, 14, 17 und 10 bei 56 Punkten auf Rang 13 von 18 Clubs. Der Vorsprung auf Rang 15, den ersten der vier Abstiegsplätze, beträgt sieben Punkte.
„Mit Rang 10 können wir überaus zufrieden sein. Wir haben gesehen, dass wir sofort vorne sind, wenn der Start stimmt, und dass wir mit Topteams der 1. Liga auf Augenhöhe segeln können. An der Konstanz in der Vorstartphase müssen wir weiter im Training arbeiten, dort entstehen die Probleme, die uns direkt nach dem Start einholen. Auch aus einem nicht perfekten Start sollte für uns ein dritter oder vierter Platz herausspringen statt ein fünfter oder sechster. Am Sonntag hat das Team genau das umgesetzt und sich selbst nach schlechteren Starts noch auf Rang drei und vier vorgekämpft. Ein toller Abschluss, der bestätigt, dass wir uns über das Wochenende steigern konnten", sagt Coach Andreas Hengstermann (rechts auf dem Foto auf dem Motorboot zu erkennen).
Das Saisonfinale findet vom 15. bis 17. Oktober auf demselben Revier statt. Bis dahin geht es mit den Erkenntnissen aus Berlin und dem Notizbuch des Coaches zurück ins Training.
Im Kampf um den Klassenerhalt in der 1. Segel-Bundesliga hat der BOH-YC einen wichtigen Schritt gemacht. Entschieden wird er aber erst im Oktober.
Fotos: DSBL / SailTracks




